The House of the Devil (2009)

Eins vorweg: „The House of the Devil“ ist kein einschlägiger Torture-Porn-Flic a la „Hostel“ und Konsorten und nein, er erfindet das Horror-Genre auch nicht neu. Im Gegenteil, er ist eine liebevolle Hommage an den Horrorfilm der 80er-Jahre und mehr als das: Er ist spannend obendrein. Die Story ist, wie es sich gehört, schnell erzählt: Hübsche Studentin in Geldnot, namentlich Samantha, nimmt einen Babysitter-Job bei dem äußerst obskuren Mr. Ulmann an (Paraderolle für Tom Noonan), der in einem noch obskureren, abgelegenen Haus mit angrenzendem Friedhof wohnt und dessen Job-Angebot sich um aller Obskurität die Krone aufzusetzen als Lüge entpuppt: Tatsächlich soll Samantha nämlich ein Auge auf dessen kranke Mutter werfen. Natürlich nimmt Samantha den Job an und natürlich knarrt und knistert es bald in allen Ecken und Enden des riesigen Hauses. Samantha wird zunehmend panisch, die Mondfinsternis rückt näher, schließlich fällt der Strom aus…
Eine Stunde nimmt sich „The House of the Devil“ Zeit zum Spannungsaufbau, der sich schließlich in einen nach heutigen Maßstäben eher leidlich deftigen, aber schaurig-schönen halbstündigen Schlussakt entlädt. Dabei verlässt sich Regisseur Ti West keineswegs nur auf seine liebevoll an die 70er/80er angepasste Austattung, die Synthie-Musik oder das absichtlich krisselige Bild, sondern benutzt den altmodischen Charakter seines Werks lediglich als Basis, aus der jedoch ein eigenständiger Film erwächst. West nimmt sich oder das von ihm gepriesene Genre zu keiner Zeit selbst auf die Schippe, sondern zelebriert äußerst effektiv, was er ehrt. Bewährtem Strickmuster ist so neues Leben eingehaucht worden. In der ersten Stunde zu weiten Teilen verdammt spannend und unheimlich, lässt sich West allerdings schon fast etwas zu viel Zeit, um im letzten Drittel des Films doch nicht ganz zu überzeugen. Dies mag daran liegen, dass die Quientessenz der Handlung bereits im Vorspann vorweggenommen wird, und West die Referenzen an Genre-Klassiker wie z.B. „Rosemaries Baby“ etwas übertreibt. So kann dann auch die dem Zuschauer dadurch bereits frömlich unter die Nase geriebene Schlusspointe nicht mehr sonderlich überraschen.
Trotzdem ist „The House of the Devil“ ein Muss für jeden Genre-Liebhaber. Erfrischend unheimlich und unheimlich sehenswert.

Dieser Beitrag wurde unter 7.0 / 10, Filmreview, Horror, Thriller veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu The House of the Devil (2009)

  1. stefanhensch schreibt:

    Danke für den Tipp, lohn sich für ein verregnetes WE wie (vermutlich das Nächste)!

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