King of the Hill (2007)

„El Rey de la montaña“ ist ein kleiner fieser Thriller aus Spanien, der mit einfachen Mitteln große Wirkung erzielt. Die Story: Ein Mann names Quim, ist auf einer Landstraße mitten in der Pampa Zentralspaniens unterwegs, als er plötzlich beschossen wird. Eine nicht enden wollende Hetzjagd durch die Wälder beginnt, mit der mysteriösen Bea an seiner Seite…
Artverwandt mit dem überraschend guten „Eden Lake“ (Großbritannien), dem atmosphärisch-schockierenden „Wolf Creek“ (Australien) und dem spannenden „Them“ (Frankreich) wartet auch das spanische Pendant „King of the Hill“ mit einer von Anfang an bedrohlich wirkenden Atmosphäre auf (die Quickie-im-Damenklo-Szene als Einführung der weiblichen Hauptfigur Bea ist dabei sicherlich überflüssig). Regisseur Gonzalo López-Gallego schafft es, fast durchgehend eine fiebrige bis nervenzerrende Spannung bis zum unerwarteten Finale aufrecht zu erhalten, was nicht zuletzt an der subtilen und akzentuiert eingesetzten Musik, den überzeugenden Darstellern und der vortrefflichen Kameraführung liegt. Die kleinen Hänger in der Mitte des Films sind vor allem der Tatsache zuzuschreiben, dass die Spannung fast ausschließlich auf das Motiv der Hetzjagd gestützt wird. Die Idee des reißenden Flusses, welchen die Charaktere durchqueren müssen, wäre beispielsweise ausbaufähiger gewesen, stattdessen verlässt sich Gallego auch hier nur auf die schockierende Wirkung der Schüsse aus dem Nichts. Zudem hätte auch der Konflikt der beiden Hauptfiguren, die nicht wissen, ob sie einander trauen können, mehr Potenzial für ein nervenaufreibendes Psychoduell geboten und deutlich weiter ausgereizt werden können. Zu viele aufgeworfene Fragen bleiben letztlich im Dunkeln.
Das sicherlich polarisierende letzte Drittel von „King of the Hill“ bringt dann wieder ordentlich Schwung in den mit wenig finanziellen Mitteln gedrehten Thriller: Eine aufwühlende Auflösung, nun aus der Perspektive des Schützen, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Sozialkritik, die aber dankbarerweise nicht zu sehr ausgeschlachtet wird, sondern beim gemeinen Fan gepflegten Thrills ein wohliges Gefühl von Unbehagen hervorruft. Ein durchaus realistisches, hochaktuelles und dramatisches Szenario, was „King of the Hill“ zu einem weiteren Beweis macht, dass das spanische Kino nicht zu Unrecht schon seit Jahren einen regelrechten Hype erlebt. Sehenswert!

Wertung: 7,5/10.

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