The Last House on the Left (2009)

Hat dieser Film wirklich handwerkliches Lob verdient? Ist dies wirklich eine gelungene Adaption des Wes-Craven-Originals? War die erlebte Unterhaltung wirklich ärgerlich? – Nein, Nein, Ja!
Derart plumpe Streifen erregen Wut. Denn zunächst einmal ist es wertvoll für eine sich (äußerst vorhersehbar) aufbauschende Geschichte zumindest einen sympathischen Charakter zu besitzen. Das Horror-Psycho-MöchtegernSplatter-Genre lebt ja gradezu von der Empathie, die den Charakteren von den Zuschauern entgegengebracht wird. Und wie es sich womöglich schon erahnen lässt, lebt ‚The Last House on the Left‘ diesbezüglich nicht. Ein verkümmerter Hoffnungsschimmer ist da lediglich der in die moralisch völlig missratene Bande hineingeborene, stille Justin – verkörpert von Spencer Treat Clark, der seine Rolle aber auch mit unverständlichen Andeutungen zunichte macht. Dagegen wirken sämtliche Konstellationen wie die Familie um die leidende Tochter in der Opferrolle, sowie besagte Gangster-Drecks-Crew derart nichtssagend, dass gegen Ende eben nicht das womöglich intendierte Katz-und-Maus-Spiel entsteht. Vielmehr überwiegt das Kopfschütteln anlässlich der Handlungen, der gewollt auf Effekthascherei abzielenden Brutalitäten, die viel zu durchsichtig schocken sollen, es aber durch die Vorsehbarkeit stets vermasseln. Die einen Zuschauer mögen solche Darbietungen zu höheren Wertungen verleiten, indem sie den Ekel, der sie versucht einzunehmen, positiv deuten. Die anderen wiederum, zu denen ich mich zähle, wollen einfach nur das alle sterben – möglichst schnell. Leider taten sie dies nicht bei den viel zu langen 109 Minuten Laufzeit, die wahrscheinlich der möglichst detailgetreuen Adaption zu verschulden sind. Wie dem auch sei – Remakes würden durch innovativere Integration von Abweichungen gegenüber dem Original an Wert gewinnen, was sich jedoch die wenigsten Regisseure aufgrund der zu großen Gefahr es total zu versauen nicht trauen. Schade eigentlich, denn ‚The Last House on the Left‘ bietet genügend Vorlage für einen packenden Thriller, falls mehr Hintergründe im Dunkel verborgen geblieben wären, die dann schließlich auf einer subtilen Ebene hätten verarbeitet werden können. Hier wurde sich aber bewusst für einen Pseudo-Ekelschocker entschieden, was die letzte, sadistische Einstellung nur nocheinmal negativ unterstreicht.

Wertung: 3.5 / 10

Dieser Beitrag wurde unter 3.5 / 10, Filmreview, Horror, Thriller veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s