Four Rooms (1995)

Eins ist sicher, für diese Review werde ich Schelte von meinem geschätzten Kollegen Alex bekommen: Ein Hotelpage hat in 4 verschiedenen Hotelzimmern einiges durchzustehen, und jedes der Räume stellt eine eigene skurille Episode da, jeweils von einem anderen vielversprechenden Regisseur geschrieben und in Szene gesetzt. Klingt interessant? Ist es auch, aber leider nicht besonders gut. Der sonst so souveräne Tim Roth zappelt sich nervtötend durch die ersten beiden Episoden von Allison Anders und Alexandre Rockwell, die so dilletantisch inszeniert und gespielt sind (u.a. von Valeria Golino aus „Hot Shots!“ und Madonna), dass man geneigt ist, abzuschalten. Natürlich ist das alles Absicht und ultracool, aber für mich persönlich reichte es höchtens in der zweiten Episode für ein paar vereinzelte Schmunzler. Nicht ohne Grund wurden wohl die von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino inszenierten Plotfragmente ans Ende von „Four Rooms“ gesetzt. Deren Episoden machen stellenweise Spaß, überzeugen aber auch nicht vollends. Etwas weniger chargierend, scheint Tim Roth zumindest unter der Regie Tarantinos zur Ruhe zu kommen. Vielleicht ist es aber auch die Anwesenheit von Bruce Willis, der mit seinem häufig unterschätzten komischen Talent den ganzen Film vor dem Totalabsturz rettet, ohne in den Credits namentlich erwähnt zu werden. Quentin Tarantino spielt sich selbst und sabbelt sich in seiner eigenen Episode um den Verstand, das ist zwar recht amüsant, auf Dauer jedoch etwas zäh.
Die einzigen wirklichen Lacher in dem albernen Slapstick-Spektakel gehören Antonio Banderas und Marisa Tomei. Banderas als Parodie seiner gelackt-coolen Womanizer-Selbst mit Südländer-Akzent a la „Desperado“ ist einfach herrlich und Tomei als eigentlich gar nicht eingeladener, bekiffter Partygast eine Wonne. So sind es Tomei, Banderas und Willis, die dem ansonsten eher missratenen Filmexperiment komische Momente abgewinnen. Insgesamt ist „Four Rooms“ viel zu albern, überdreht und skurill auf Teufel-Komm-Raus, und scheint einem ständig ins Gesicht zu brüllen: „Nun lach doch endlich!“
Trotz der sichtlichen Bemühungen Tim Roths hat das leider nicht wikrlich funktioniert.

Wertung: 4.5/10.

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