The Disappearance of Alice Creed (2009)

Potzblitz! Da haben sich die kreativen Einfaltspinsel des deutschen Verleihs mal wieder was Tolles einfallen lassen, indem sie einen Entführungsthriller mit „Spurlos“ betiteln. Auf die Idee ist bisher noch niemand gekommen. Dankenswerterweise hat man dann noch den Untertitel „Die Entführung der Alice Creed“ hinzugefügt, um etwaigen Verwechslungen vorzubeugen und vielleicht ja auch um zu verhindern, dass eine weitere Perle in der Belanglosigkeit des DVD-Einheitsbreis versinkt. Das hätte „The Disappearance of Alice Creed“ nun wirklich nicht verdient, denn schon die ersten Minuten des Films versprechen Hochwertiges: Der Zuschauer wird Zeuge der akribischen Planung und Vorbereitung der bevorstehenden Entführung, alles scheint perfekt ausgeklügelt. Erst nachdem das scheinbar willkürlich gewählte Opfer in einem ebenfalls akribisch präparierten Van verschleppt wird, werden die ersten Dialoge gesprochen. Was nun beginnt, ist ein durchgängig spannendes Katz-und-Mausspiel mit einigen trickreichen, raffinierten Wendungen und fiesen Einfällen. Und um eben jene nicht vorwegzunehmen, schweige ich auch über den weiteren Inhalt.
Der überwiegende Teil des Thrillers spielt in jenem schalldichten, kargen Raum, indem das titelgebende Entführungsopfer ans Bett gefesselt ist, und sichzunehmend pointierte Wortgefechte mit den Entführern liefert, in deren Verlauf der Zuschauer immer mehr den drei Protagonisten nachfühlen kann: Er weiß nicht mehr, wem er eigentlich trauen soll und wer hier wen heimtückisch hintergeht. Wie auch in anderen Kammerspielen ensteht die konstant anhaltende Spannung besonders durch das überzeugende Spiel der einzigen drei Darsteller des Films, denen es gelingt, bis zum Schluss die Verzweiflung angesichts der zahlreichen dramatischen Wendungen des einst so perfekt geplanten Verbrechens glaubhaft auf den vorzüglich unterhaltenen Zuschauer zu übertragen.
Ein kleiner, gemeiner Drecksack von Film, dem der Titel „Don’t fuck with Alice Creed“ vortrefflich zu Gesicht gestanden hätte.

Wertung: 7.5/10

Dieser Beitrag wurde unter 7.5 / 10, Drama, Filmreview, Krimi, Thriller veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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