Super 8 (2011)

Um mit einem grandiosen Wortspiel zu beginnen (und zu enden): „Super 8“ ist super! Mit einem steten schelmischen Augenzwinkern und liebevoll gezeichneten Charakteren gelingt es Regisseur J.J. Abrams und Produzent Steven Spielberg, der uns zuletzt mit seinem Trailer zu „War Horse“ mit einer klebrigen Kitsch-Pathos-Lawine überrollte, den im positiven Sinne altmodischen Geist des Sommer-Blockbuster-Kinos der Sparte „Die Goonies“ (unvergessen: „Arschloch-Alaaaaarm!“) und „Stand By Me“ aufleben zu lassen. Wir fühlen uns heimisch in der typischen, idyllisch-amerikanischen Vorstadt der frühen 1980er, wo die Welt noch in Ordnung scheint, und erinnern uns zudem nicht selten an die Stephen King-Verfilmung „Es“, wenn wir einer Gruppe pubertärer Freunde bei der Bekämpfung eines, zugegebenermaßen nicht ganz ernst zu nehmenden, gerade dem „Cloverfield“ entfleuchten Monsters zuschauen und ihnen sogar in dessen unterirdische, geheimnisvollen Gefilde folgen. Man fühlt sich an die eigene Jugend erinnert und vor allem an die Filme, die jene Zeit prägten und uns, zu einem gewissen Grad, einen wohligen Schauer über den Rücken jagten, indem wir mit „Super 8“ nostalgisch angehauchtes, spannendes und zu jeder Zeit unterhaltsames sowie intelligent inszeniertes Kino der „guten alten Zeit“ geboten bekommen. Die Jungdarsteller überzeugen allesamt auf ganzer Linie, die unschuldige, kleine Romanze der beiden ProtagonistInnen ist neben aller Niedlichkeit realistisch und besonders Ryan Lee als Sprengstoff-versessener Sidekick Cary amüsiert ungemein. Manchmal wird der auch für Erwachsene durchaus taugende Kinderfilm jedoch eher zu einem Film nur für Erwachsene und meine Abendbegleitung (mein 12-jähriger Bruder) fragte mich als selbsternannten Filmkenner, wodurch die Freigabe ab 12 da noch zu rechtfertigen sei. Ich wusste keine Antwort.
Während die anfängliche Zugentgleisung und die dadurch hervorgerufene Materialschlacht samt ihrer zahlreichen, leicht übertriebenen Explosionen nicht nur Klein Cary beeindrucken, verliert Regisseur Abrams zudem besonders im letzten Drittel seine liebenswert-sympathischen Charaktere zu Gunsten der temporär überbordenden Effekthascherei etwas aus dem Auge. Die Story flacht ab und dümpelt flau in einem episch in die Länge gezogenen Zuckerguss-Finale vor sich hin, weniger wäre hier sicher mehr gewesen.
Nichtsdestotrotz ist „Super 8“ ein gelungener, erfrischender und temporeicher Spaß, der neben einer netten „Jurassic Park“-Hommage als spannendste (und brutalste) Szene des Films, während des Abspanns den fertigen Zombie-Film der jugendlichen ProtagonistInnen zeigt, der neben ein paar netten Genre-Zitaten den besten Gag des Films (der Name der Chemie-Fabrik, soviel sei verraten) bereit hält. Also, nicht vom etwas käsig geratenen Schluss abschrecken lassen und unbedingt sitzen bleiben!
Insgesamt dürfte „Super 8“ neben all dem von allen guten Geistern verlassenen „Transformers“-3-D-Krach der geistreichste und schlicht beste Film der Blockbuster-Sparte dieses nicht nur in filmischer Hinsicht trostlosen Sommers sein.

Wertung: Super 8/10.

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Eine Antwort zu Super 8 (2011)

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