Wie ein einziger Tag (2004)

Wem auch nur ein klitzekleines bisschen Gespür für Hollywood-(Love-)Storys innewohnt, weiß bereits nach 5 Minuten wie die populäre Romanverfilmung „The Notebook“ nach Nicholas Sparks ausgeht. Trotzdem weiß Nick Cassavetes‘ Tränenzieher zu überzeugen, was er insbesondere dem fabelhaften, verschmitzt-spitzbübischen und mit Sicherheit für sämtliche Zuschauerinnen unwiderstehlichen Ryan Gosling sowie der zum Niederknien bezaubernden RachelMcAdams zu verdanken hat. Dabei dürfte wohl unumstritten sein, dass jede einzelne Minute des Dramas sowie jede erfolglos zu verdrücken versuchte Träne und der im Anschluss an das pathetische Ende fest im Hals des Zuschauers verankerte Trauerkloß eiskalt kalkuliert sind, ferner könnte die Darstellung von Alters-Demenz unrealistischer nicht sein. Aber diese Romanze ist im Stande selbst gestandene Vollbluts-Teufelskerle in ihren Bann zu ziehen, vorausgesetzt sie unterliegen nicht dem Gruppenzwang der Fußballkollegen samt Kiste Bier. Hier darf jeder seine romantische Seite entdecken und sich sentimental nach jener ganz großen Liebe sehen, welche die Protagonisten gefunden (und verloren und dann wieder gefunden) haben und man selbst im wahren Leben wohl vergeblich sucht. In all der Gefühlsduselei scheint dabei tatsächlich eine gesunde Portion Wahrheit zu stecken, und unterm Strich liegt dieser Romanze einfach eine verflucht gut erzählte Story zu Grunde, die es gar nicht nötig hat, Klischees zu umschiffen und daher auch kein Pokerface aufsetzt, wenn sie mit dieser Strategie alles auf eine (Herz-)Karte setzt, denn schließlich trifft sie ins Schwarze.
„The Notebook“ ist keinesfalls perfekt, belohnt aber den geneigten Zuschauer, und dabei vermeide ich es mit Absicht zu gendern, mit hervorragend nostalgisch-schönen Südstaaten-Bildern, gut aufgelegten SchauspielerInnen und einer überraschend großzügigen Prise Sexyness. Somit lässt diese triefende Rotzfahne trotz des hoffnungslos kitschig-überladenen Endes (gemeimt ist jenes der Kinofassung) niemanden kalt und garantiert kein (Frauen-)Auge trocken.
Bist du ein Vogel, bin ich auch einer! Wenn du springst, spring ich auch! Wie auch immer: Hach nee, was ist das so schön!

Wertung: 7.0/10

Dieser Beitrag wurde unter 7.0 / 10, Drama, Filmreview, Melodram, Romanze veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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