Doghouse (2009)

Wolle man dieses sich selbst nicht im Geringsten ernst nehmende, mit Gender-Zombies gespickte, intendiert anspruchsvolle Klamaukfilmchen aus britischen Landen vergleichend charakterisieren, so würde man eine Schicksalsteilung mit dem ebenso ambitionierten »Severance (2006)« erhalten. Diese beiden eint nämlich nicht nur das Herkunftsland, sondern jeder einer versucht auf jeweils eigene Art und Weise übergeordnete Kategorien mittels völlig überspitzter Entgegensetzung zu harmonisieren. Das klingt zugegeben abgefahrener als die Streifen letztlich sind, trifft es aber bei tiefergehender Betrachtung. Während es »Severance« mit dessen zu Abschlachtern mutierenden Schreibtischakrobaten noch einigermaßen im Rahmen belässt, treibt es »Doghouse« im völlig absurden Genderexperiment inkl. unzähliger Anspielungen hinsichtlich besagter Thematik absolut auf die Spitze.
Geplant ist ein richtig derber Männertrip als Scheidungstrost für Buddy Vince, wobei alle Charaktere ihre gewissen Problemchen mit dem anderen Geschlecht zu haben scheinen, wie die Einleitung in sprunghaften Schnitten einführend darlegt. Ziel ist ein kleines Dorf, weit abgelegen im Wald, genächtigt wird bei der Oma eies Kollegen, der Fahrer fällt aus, dann eine Frau als Busfahrerin … usw. – Dass da was nicht stimmt, ist nun wirklich jedem klar, weshalb »Doghouse« da auch keinen Hehl draus macht großartig und weitschweifend die etwas mit Logiklücken behaftete Storykonstruktion zu erläutern. Im Dorf angekommen nimmt der Film dann an Fahrt auf, sämtliche Klischées dienen als Katalysator zur Geschlechterschlacht, in der unsere (natürlich) in Schale geworfenen, morbid infizierten Untot-Frauen die männliche Rasse zum Fressen gern haben und diese wiederum mit infantilem Waffen- und Technikexperimenten zu antworten wissen. Man stelle sich jedoch eine lange, gerade, 90-minütige Straße in einer wohlgepflegten, amerikanischen Wohnsiedlung vor, durch die ein mit männlichen Stereotypen beladener Mini-Van brettert, die Köpfe zur Seite aus den Fenstern lehnend, die dann mit Baseballschlägern bewaffnet jeden einzelnen Briefkasten abschlagen und mitnehmen, sodass am Ende ein Schlachtfeld niedergeschmetterter Briefkästen übrigbleibt. Das mag anfänglich bei ausgeschaltetem Hirn auch lustig sein, vor allem wenn auf anderer Seite die Briefkästen lustig aussehen bzw. Zombies gleichen, ab und an auch mal ein Kopf zu weit aus dem Fenster ragt und dabei »Severance«-Filmplakat-like abgetrennt wird, sodass das Blut nur so spritzt, dennoch verfängt sich der anfängliche Witz in Wiederholungen und dann auch leider in zunehmender Langeweile. Denn wie oben beschrieben: Erstmal angekommen in dem Dorf ist dieses dann auch für den Rest des Films Schauplatz der reflektierten Vorurteilsschau, lediglich kurze Einschübe in patriotischer Männergesprächsmanier versuchen aufzulockern (auch mit bisschen Tränendrüse), verlieren sich irgendwann aber auch im Niemandsland der Belanglosigkeiten.
Demnach mal wieder ein klarer Fall von »Ich hab‘ da ’ne gute Idee für ein lustiges Gagfeuerwerk im Horror-Comedy-Genremix« auf der groß angelegten Makroebene und einer zugleich ideenärmeren Mikroebene, die nicht genug Finesse für den ganz großen Wurf bietet, die grade dieser Film hätte werden können. Zombie-Fans werden dennoch auf ihre Kosten kommen, der Alkohol in einer gepflegten Männer-, wahlweise auch Frauenrunde wird schon das nötige Quantum Trost zu einem amüsanten Abend beizutragen wissen.

Wertung: 6.5 / 10

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