Retreat (2011)

Cillian Murphy hat aber auch ein verfluchtes Pech mit den Epidemien. Erst rottet ein Virus die gesamte Menschheit aus und Murphy muss sich im leergefegten London mit wildgewordenen Zombies herumschlagen, nun sucht ihn sogar auf einer verlassenen Insel eine hochansteckende Krankheit heim. Dabei wollte er sich dort doch nur mit seiner Frau Kate, gespielt von Thandie Newton, zurückziehen, um die Ehe nach einem tragischen Vorfall wieder in den Griff zu kriegen und den schiefen Haussegen zu begradigen. Unglücklicherweise taucht schon nach wenigen Tagen ein blutverschmierter Army-Soldat auf und faselt irgendwas von einem Virus, der bereits halb Europa ausgelöscht habe und fängt an, das Ferienhäuschen zu verriegeln und zu verrammeln. Während sich der Eindringling immer seltsamer verhält, stellt sich indes die Frage, was sich auf dem Festland wirklich abspielt und ob es besagten Virus überhaupt gibt. Ist der gewaltbereite Soldat vielleicht nur ein Verrückter?
Der britische Independent-Thriller „Retreat“ spielt geschickt mit den Erwartungen der Zuschauer und lotet gekonnt die Grenzen des klaustrophobischen Kammerspiel-Szenarios aus, wodurch eine beklemmende Atmosphäre begünstigt wird, welche sich durch die temporeiche Erzählweise noch verstärkt. Darüber hinaus weiß dieser fiese Reißer durch intelligente Story-Twists durchaus zu überraschen und bietet mit Jamie „Billy Elliot“ Bell einen astreinen, super gespielten Bösewicht.
„Retreat“ ist kein bahnbrechendes Meisterwerk, aber ein überzeugender, kleiner Thriller mit wohl dosierten Horrorelementen, der sich wohltuend vom üblichen Genre-Einheitsbrei abhebt und somit einen der besten Vertreter seiner Klasse des Jahres 2011 darstellt. Die Independent-Antwort auf den nun auch in Deutschland anlaufenden Blockbuster „Contagion“ vereint stilsicher Elemente seiner Vorbilder „Straw Dogs“, „Dead Calm“ und genanntem „28 Days Later“ miteinander und brauch sich hinter keinem dieser Werke zu verstecken. Absolut sehenswert!

Wertung: 7.0/10.

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