Crazy, Stupid, Love. (2011)

Man hätte es wissen müssen, dass sich bei dem Aufgebot an des Schauspielerns äußerst mächtigen Größen wie Gosling, Moore, Stone und Carrell ein originelles Konzept furios selbst verwirklicht, das die üblich eng abgesteckten RomCom-Genre-Grenzen schlicht dekonstruiert. Von Anfang bis hin zum wiederum konsequenten Ende wird ein Feuerwerk der selbstreflexivsten Manier entfacht, das einem selbst ein Dauergrinsen beschert.
Dabei fängt alles so normal an. Trennung, Scheidung, frustrierender Verlust tralala, Herzschmerz und tiefe Depression, Unzufriedenheit und Liebestechtelmechtel geben sich die Klinke in die Hand. Und dann, ja dann kommt der gephotoshoppte, ultra heiße Ryan Gosling, den meine bessere Hälfte zu allem Überfluss eh schon anschmachtet. Sei es drum – denn er ist es, der den Film Hitch-like transformieren lässt, als Schlüsselglied [höhö] fungiert und so dem abgelutschten RomCom-Genre in die Nüsse tritt. Die Story bleibt trotz konstruierter Finesse plausibel, während Emma Stone sich irgendwann zurecht fragt, warum es ausgerechnet, natürlich in diesen bzw. jenen Momenten einfach regnen muss. »Crazy, Stupid, Love.« spricht für sich selbst und mischt besagte Aspekte wild geworden durcheinander, um schließlich doch wieder zur allumfassenden Liebesthematik zurückzukehren. Denn um die dreht es sich nach wie vor, jedoch nicht in gewohnt platter Hinsicht, sondern vielmehr hin zu einer Instanz, deren Überlebenschance von ausschließlicher Ehrlichkeit und hingebungsvoller Selbstreflexion abhängt. Liebe heißt nicht übergeordnete, schicksalhafte Bestimmung [auch wenn es manchmal so aussieht und danach anmutet – übrigens auch hier], dagegen lebt Liebe erst vom Bruch mit sämtlichen Maschen und Klischées. Wer es schafft zunächst sich selbst zu durchleuchten und daraufhin den Gegenüber weiß zu überraschen, die Etikette der Massenware abzulegen, sowie die eigenen Erwartungen sanft und unvoreingenommen beiseite schiebt, der hat das Zeug zu Liebe in reinster Form.
Natürlich hängt dabei alles mit allem zusammen, natürlich gibt es Slapstickeinlagen und natürlich werden große Reden geschwungen, und doch läuft es manchmal anders ab als man denkt. Neben all dem Sympathie versprühenden Cast sticht dann dennoch irgendwie ein sehr junger Erwachsener (?) hervor, dessen deprimierende Selbstreflexion es auf den Punkt zu bringen scheint … – und es doch nicht trifft. An dieser Stelle kippt der Film nochmal, endgültig und verfällt sich selbst vollkommen bewusst in das alt eingesessene Genremuster, das natürlich alles andere als schlecht ist (!), das mit der selbstreflexiven Art dieses Films eben nicht mies gemacht werden soll, sondern einfach nur den Hinweis geben will sich selbst ab und an mal mit bzw. gegen den bzw. die eigenen Erwartungen zu brechen. Das ist Unterhaltung!
P.S.: Man kennt doch das besagte Klischée des sagenumwobenen »DVD-Abends« … Ich vermute, »Crazy, Stupid, Love.« dürfte auch dort Wort halten. |

Wertung: 8.5 / 10

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