Die etwas anderen Cops (2010)

„Komm raus, Witz! Du bist umstellt!“
„The Other Guys“ hat das gleiche essentielle Problem wie einst „Loaded Weapon 1“ mit Charlie Sheen-Bruder Emilio Estevez anno 1993: Der Versuch, etwas zu parodieren, was an sich schon nicht ernst gemeint ist, ist oftmals im wahrsten Sinne schlicht witzlos und kann leicht als Rohrkrepierer enden, und das ist damit neben des Mitwirkens von Samuel L. Jackson nicht die einzige Parallele zwischen beiden nur leidlich komischen Komödchen. Es gibt kaum ein ausgelutschteres Sub-Genre als die Buddy-Cop-Action-Comedy, die trotzdem immer wieder auf ihren ausgetrampelten Pfaden ihren Weg ins Kino sucht. Den Anfang machten 1982 Nick Nolte und der fortan als Plappermaul par excellence verheizte Eddie Murphy in „Nur 48 Stunden“. Es folgten unzählige Ableger und Kopien, darunter sind die noch am ehesten als gelungen zu bezeichnenden Exempel der zum Paradebeispiel avancierte und durch das eingangs erwähnte Machwerk mit dem Versuch einer Parodie bedachte „Lethal Weapon“ (1987), dessen Sprüche („Ich bin zu alt für diesen Scheiß“) noch heute in allseits beliebten Serienerfolgen wie „How I Met Your Mother“ Rechnung getragen werden, und der mit dem ebenfalls bereits erwähnten Charlie Sheen und Altmeister Clint Eastwood, bevor er mit steigendem Alter aus dem „Dirty Hary“-Actionfach in seichtere Gefilde wechselte, besetzte „Rookie“ aus dem Jahre 1990. Seither gab und gibt es immer wieder Neubelebungs-Versuche dieses Genres, welchem in seiner Formelhaftigkeit wohl noch weniger Nuancen abgewonnen werden können als dem ebenfalls gern reanimierten Teenie-/Backwood-Horror im Abzählreim-Stil. Ergo scheitern die meisten Versuche auch kläglich, einzig das geniale Simon Pegg/Nick Frost-Vehikel „Hot Fuzz“ (2007) hat es geschafft, eine eigenständige Story zu entwickeln und gleichzeitig die Genre-Vorbilder mit herrlich galliger Chuzpe zu veräppeln. Eine Parodie also, die im eigenen Dunstkreis wie auch im parodierten Genre Maßstäbe setzte. Ähnlich gelungen scheint der von der Kritik gefeierte „21 Jump Street“ zu sein, der erst kürzlich mit Erfolg im Kino lief, und macht es damit offenbar deutlich besser als der mit einem dümmlichen deutschen Copy/Paste-Titel versehene „Die etwas anderen Cops“:
Während Samuel L. Jackson und Dwayne „The Rock“ Johnson als Rockstar-Bullen-Duo mit etwas seltsamem Film-Tod Spaß machen, leiern sich der um Zurückhaltung bemühte Will Ferrell und der blass wirkende Mark Wahlberg Kalauer aus dem Kreuz, die nur selten wirklich zünden. Das ist unter Anderem darauf zurückzuführen, dass die meisten Genre-Zitate nicht deutlich genug als Parodie erkennbar sind und man oft das Gefühl bekommt, tatsächlich einen Buddy-Komödien-Ableger präsentiert zu bekommen – einen teilweise zum Fremdschämen unlustigen obendrein. Zu viele nette Ideen werden hier mit Schwung ins Aus geschossen, so möchte auch der an sich amüsante Running-Gag um Will Ferrells auf mysteriöse Weise auf äußerst attraktive Frauen (wie seine Gattin Eva Mendes zum Beispiel) erotisierend wirkende Ausstrahlung nicht wirklich funktionieren, Mark Wahlbergs Fassungslosigkeit in diesem Zusammenhang sowie seine Zuneigung zu Eva Mendes wirken zudem nach der x-ten Wiederholung nur noch gekünstelt und ermüdend. Allzu häufig verliert sich „The Other Guys“ in Albernheiten, die zum Teil schon fast „Scary Movie“-Niveau haben: Platt, niveaulos und, was am peinlichsten ist, nicht mal neu.
Der von Kritik und Fans seltsamerweise hochgelobte filmgewordene Altherren-Witz funktioniert weder als Parodie noch als Cop-Comedy, und sogar das willkommene Wiedersehen mit Michael Keaton verläuft im Treibsand der überzogenen Zoten. Die klamaukigen Dialoge wirken gestelzt und auch das Duo Wahlberg/Ferrell erfreut sich nicht der notwendigen Trottel-Chemie und kann uns die meiste Zeit nur ein wohlwollendes, aber dennoch müdes Lächeln abgewinnen. Somit kann man leider die wirklich guten Gags des Films an zwei Händen abzählen und den besten Spruch hat Will Ferell kurz vor dem Koitus mit der sich schon vor ihm lasziv räkelnden Eva Mendes in Geilheit aus dem Mundwinkel zischend auf seiner Seite: „Ich brech dir die Hüfte!“ Das schreit nach Nachahmung, der Großteil des restlichen Films leider weniger.

Wertung: 4.0/10.

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